Jura-Brevet 2009

Autor

viavelo

Datum

2009-09-05

Ornans ist nicht nicht bekannt für heiße Quellen. Aber wie ich nun meine Trinkflasche am Dorfbrunnen bei der Ortseinfahrt auffülle und einen kräftigen Schluck nehme, kommt es mir wie lauwarm vor. Um uns herum herrschen bescheidene fünf Grad, und meine Kehle ist trocken und rau. Das Wasser in meinen Flaschen ist so kalt, dass ich nur aus Pflichtgefühl von Zeit zu Zeit daran nippe. Die Kirchturmuhr schlägt drei Uhr, einen Willkommensschlag für jeden von unserem Trio. Wie ausgestorben wirkt das pittoreske Städtchen an der Loue so spät in der Nacht.

Jura-Brevet 2009

Autor

Wolfgang Gerster

Datum

2009-09-05

600 Kilometer am Stück, nur unterbrochen von kleinen Pausen und vielleicht einer winzigen Mütze Schlaf an einem geschützten Ort. Soll ich´s wirklich machen oder lass ich´s lieber sein?

Schwarzwald-Bodensee-Brevet 2009

Autor

Walter Jungwirth

Datum

2009-07-20

Irgendwas stimmt nicht mit diesem Sommer. Mag sein, dass die große Allgemeinheit einem verheerenden Diätwahn verfallen ist, der sie davon abhält, ihre Teller leerzuessen. Und wenn man seinen Teller nicht leer isst, das wusste schon meine Großmutter, wird das Wetter schlecht. Eine dieser Unsitte gänzlich unverdächtige Spezies sind die Langstreckenfahrer. Wer einmal erlebt hat, wenn, sagen wir, fünfzehn Randonneure morgens um sieben in eine Bäckerei einfallen, weiß, dass sie unmöglich für den wochenlangen Regen des Sommers 2009 verantwortlich sein können.

Schwarzwald-Bodensee-Brevet 2009

Autor

Urban Hilpert

Datum

2009-07-18

17.07.09, Keller, zuhause

Nun, da der Mensch im Allgemeinen und die spezielle Spezies der Randonneure im Besonderen, sehr dazu neigt, Geschehenes im Nachhinein allzu sehr zu beschönigen und zu verklären, kann ich nicht umhin, mal nicht, wie sonst so einen „Tag danach“, sondern einen „Tag davor“ Bericht zu schreiben.

Jura-Brevet 2008

Autor

viavelo

Datum

2008-07-05

Als der Menschheit nach 14 Milliarden Jahren der Evolution endlich das Fahrrad fix und fertig zum Gebrauch übergeben wurde, ahnte noch niemand, welcher Dämon damit in den Köpfen einiger geweckt würde. Niemand dachte daran, dass damit Tag und Nacht auf den Straßen der fünf Kontinente zu fahren sei, mit nichts als einem Streckenplan zur Hand, gepflegter Muskulatur an den Beinen und im Kopf die Idee von Weitläufigkeit - eine Idee, die in einem ganz speziellen Menschenschlag - den Randonneuren - Wurzeln schlagen würde.