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Start: 30. September 2026, 10 Uhr Teilnahmegebühr: € 23.- Die Anmeldung wird am 1. Juni freigeschaltet. |
Das Saisonende 2026 wird wieder mit einem 1000-km-Brevet gefeiert, das bislang zweite Brevet dieser Art nach einem Jahr Pause. Die erste Ausgabe hat sich aufgrund der meteorologischen Umstände vermutlich tief im Gedächtnis der Teilnehmenden eingeprägt: ein nicht gerade alltäglicher Orkan im Jura zerlegte wie ein Scharfrichter alle Planungen in Einzelteile.
Nun also gibt es wieder die Möglichkeit, die Provence - und diesmal Cassis, ein reizendes Städtchen am Mittelmeer - von Freiburg aus per Rad anzufahren. Wir starten knapp zwei Wochen früher als vor zwei Jahren und sind damit den herbstlichen Kapriolen hoffentlich einen Schritt voraus.
Streckencharakter:
Das Hochjura sollte Ende September noch gut befahrbar sein - eine wunderbare Option für die Fahrt nach Süden, die uns beim Ventoux-Brevet im Frühjahr jedoch wettertechnisch zu riskant erscheint.
Auf der Höhe von Genf schwenken wir auf die Via Rhona ein, doch bevor uns zu ausgedehnte Flachpassagen langweilen würden, nehmen wir Chartreuse und Vercors ins Visier und wenn wir letzteres schließlich im Rücken haben, spüren wir ganz allmählich den Hauch des Südens -
aber Vorsicht: Berge gibt es auch dort nicht zu knapp... Auf jeden Fall tun wir gut daran, unsere Kräfte bis zuletzt einzuteilen.
Die Strecke verläuft eher abseits großer Zentren und die Versorgungslage ist entsprechend begrenzt. Vorhandene Verpflegungsmöglichkeiten sollte man im Zweifelsfall nicht ungenutzt lassen. Zwar gibt es erstaunlich viele Pizza-Automaten in der französischen Provinz, aber ob sich gerade dort, wo die Hungerattacke einsetzt, einer befindet, ist alles andere als sicher...
Für die Rückfahrt liegt der Bahnhof in Marseille fast schon zum Greifen nahe, erreichbar per Rad oder Regionalzug, von wo aus mehrfach am Tag TGVs nach Mulhouse, Strasbourg oder Paris fahren mit Anschlusszügen nach Freiburg oder anderen deutschen Städten. Sollte eine Reservierung im Radabteil nicht möglich sein, ist es obligatorisch, das Fahrrad zu verpacken (hier gibt es eine Anleitung). Eine andere Möglichkeit ist auch die Variante von Valence nach Genf im Regionalzug mit kostenloser Radmitnahme (u.U. reservierungspflichtig), und von dort aus im EC nach Freiburg - Radabstellplätze sind hier i.d.R. verfügbar, aber kosten- und reservierungspflichtig.
Streckenbeschreibung:
Die ersten knapp 150 Kilometer sind keine Überraschung für diejenigen, die bei ARA Breisgau bereits das eine oder andere 600-km-Brevet absolviert haben. Und wahrscheinlich wird der erste richtige Stopp wie schon oft dem Kneipenwirt an der Grande Rue Nr. 11 in St. Hippolyte zugute kommen. Am Ende des Vallée de la Dessoubre aber verlassen wir die bekannten Wege und orientieren uns nach Süden, zunächst auf kleinen Nebenstraßen, schließlich aber auf dem Radweg nach Pontarlier, wo es bei Kilometer 212 noch für ein Abendessen reichen könnte.
Mit vollem Bauch kümmern wir und dann um den nächsten Streckenabschnitt, der uns allmählich ins Hochjura führt - die Schweiz lassen wir diesmal links liegen, abgesehen von ein paar Metern vor der langen Abfahrt aus dem Jura heraus. Die nächtlichen Temperaturen in diesem Zone könnten einem durchaus klar machen, dass warme Kleidung zwingend notwendig ist auf dieser Tour.
Nach dem ersten Drittel der Strecke stoßen wir - Stand jetzt - auf die Via Rhona, der wir noch eine gute Weile folgen, bis sich nach einem Kurzbesuch in der Chartreuse das Vercors vor uns aufbaut. Und hier werden wir einem der Highlights dieser Tour begegnen: Combe Laval. Muss man gesehen haben.
Und weiter geht es Richtung Süden auf Strecken, wie sie nur Frankreich zu bieten hat: verkehrsarm, einsam und pittoresk. Die Alpes de Haute-Provence werden wir auskosten bis zur Neige, sei es auf spektakulären Passfahrten oder in ruhigem und zügigem Dahinrollen in den Flusstälern. Teilweise können wir auf breite Straßen nicht verzichten, wenn wir die Exzesse an Höhenmetern vermeiden wollen, aber keine Sorge: die Nationalstraße sind breit und zumeist wenig befahren. Wie auch immer: Vom Lac de Serre-Ponçon bis zum Lac de Sainte-Croix nehmen wir mit, was wir an Feinkost für Radfahrer finden können, unter anderem die Clues de Barles und die Gorges du Verdon - faszinierende geologische Ausnahmeerscheinungen.
Fast obligatorisch sind auf der Fahrt nach Cassis - schon kurz vor dem Ende - die Calanques, was nicht der einfachste, aber sicherlich der spektakulärste Abschnitt der gesamten Strecke sein dürfte. Wer von hier oben den Blick übers Mittelmeer und die Felsküsten schweifen lässt, hat es geschafft: ab jetzt geht es nur noch hinunter an den Hafen von Cassis.