Ehrenrettung in Weiß

Autor

viavelo

Datum

23.05.2019

ScheltenpassAngesichts der geradezu unüberschaubaren Flut an Radsportevents, die neuerdings aus dem Boden sprießen, mag man als Novize, geblendet von vierstelligen Kilometerzahlen oder anderen Superlativen, zur Meinung tendieren, dass es sich für dreihundert Kilometer kaum lohnt, die Kette zu ölen, und die alten Hasen, die es besser wissen müssten, fangen ohnehin erst bei 400 Kilometern an, sich die Beine zu rasieren – wenn überhaupt. So fristet ein Dreihunderter, wie ihn die Szene in aller Schlichtheit zu nennen pflegt, sein Dasein als armes, unscheinbares Würstchen zwischen dem glanzvollen Saisonauftakt eines 200-Kikometer-Brevets und den großen Brüdern mit 400 und 600 Kilometern.

Ganz Dreiste behaupten sogar, dass man stattdessen ja genauso gut irgendein Spaßevent der alpinen Freizeitindustrie wie Ötztaler oder Alpenbrevet absolvieren könne. Da wisse man, was man habe, und das Breisgauer Bölchen-Brevet mit seinen rund 4000 Höhenmetern auf 300 Kilometern könne ja allenfalls nur ansatzweise mit den alpinen Vettern gleichziehen. Die einzige wirkliche Herausforderung des gesamten Bölchen-Brevets sei, sich am Pastabüffet im Bölchenhaus nicht zu überfressen.

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